Thursday, January 11, 2007

Gardinenpredigt

Und zum Neuen Jahr erstmal eine Gardinenpredigt, nee eigentlich nicht, nur finde ich die Redensart "jemandem eine Gardinenpredigt halten" putzig (wobei "putzig" sicherlich auch in das Sparschwein gehört, aber dazu später). Heisst die Predigt nur nach dem Fensterstoff, weil sie so lang ist? Und was machen die armen Niederländer? Schließlich haben die meisten Häuser dort keine Gardinen. Ergo müssen sie sich wohl keine solche Litanei anhören. Hm. Natürlich habe ich gerade mal recherchiert und bin auf folgende Erklärung gestoßen:
"umgangssprachlich; Vor den Betten in den Bauernhäusern war früher eine Art Gardine gespannt, zum Schutz vor Blicken und Kälte. Die Betten standen in der großen Stube, in denen die Bauern abends auch saßen und mit ihren Jägerfreunden und anderen laut zechten. Gingen diese und der Bauer wollte zu seiner Frau ins Bett, musste er sich vorher das laute Schimpfen seiner Frau anhören, weil sie nicht schlafen konnte. Ihr Mann musste sich die Predigt seiner Frau durch die Gardine anhören (Hinweis eines Nutzers)" Vgl. http://www.redensarten-index.de. Aha. Die Bauern, so so. Demnach wurden und werden in bürgerlichen Haushalten solchen ellenlangen Reden nicht gehalten. Da stellt sich natürlich auch hier die Frage, wie wir das nun heute anstellen, wo die meisten Betten nun nicht mehr von Gardinen umsäumt sind. Abschließend ist mir die Tuchfühlung dann doch viel lieber. Auf ein wortreiches 2007!
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