Sunday, July 7, 2013

Tolle Schimpfwörter: Napfsülze

Deutsch ist keine gute Sprache für Flüche. Das können andere Sprachen, um nur Spanisch und Englisch zu nennen, viel besser. Aus diesem Grund gab es damals auch in der Fachschaft Anglistik an der Uni Düsseldorf das Bestreben, englische Flüche wörtlich ins Deutsche zu übertragen. "Fickende Hölle" war einer meiner Lieblinge. Diesen Fluch nutze ich schon mal, wenn es passt.

Spanische Flüche habe ich noch nicht wörtlich ins Deutsche übernommen. Interessant wäre da die Übertragung von "Me cago en la madre que te parió"...aber da Mutterbeleidigungen nicht so ganz in unseren Kulturraum passen wollen, ist das wohl nichts für uns. Was das oben heißt? "Ich scheiße auf die Mutter, die dich geboren hat". Mutterbeleidigungen haben eine Geschichte in romanischen Ländern.

Wir brauchen also mehr kreative Flüche in der deutschen Sprache! Gut, dass mir wieder ein Fluch über den Weg gelaufen ist. Heute packe ich "Napfsülze" in meinen aktiven Fluchsprachschatz. Dieses Kleinod hat es im allgemeinen Sprachgebrauch von Null auf Hundert geschafft, da neulich der Twitterati @griesgraemer den Twitterkanal der Telekom beschimpft hat. Und das hatte Folgen, denn diesmal wollte Anna S. des Teams @telekom_hilft das nicht auf sich sitzen lassen und pöbelte zurück. Dafür wurde sie von der Szene gefeiert, wie auch der Focus berichtet.

Napfsülze hat wohl nichts mit Napfschnecken zu tun. Da lässt sich kein Rezept finden. Man müsste für ein wenig Napfsülze wohl sehr viele Schnecken zusammen haben. Und die sind hart zu sammeln, denn sie krallen sich gerne fest an den Felsen. Ich weiß, wovon ich rede. "Dummkopf, Flachpfeife" sind Synonyme für Napfsülze. Klingt aber viel besser: Napfsülze!

Und wenn Ihr gute Flüche habt, immer her damit. Kreativ sollen sie aber sein!
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