Thursday, April 21, 2011
Geschmacklos ist tot - es lebe geschmackfrei
Mich selbst knutschend, hab ich heute eine neue - ist es das? hm, zumindest für mich in einem neuen Zusammenhang, Wortkreation zu melden: geschmackfrei. Und das bezieht sich nicht auf Lebensmittel sondern vielmehr auf Menschen, die sich so geben. Ich sag mal äußerlich. Das Wort geschmackfrei steht in freiem Austausch und Beziehung mit dem Wort 'beratungsresistent'. Ihr PRler wisst was ich meine, oder? Obwohl eine Geschmacksbefreiung ja auch ...ja eben befreiend sein kann. Mit diesen weisen Worten gehe ich jetzt offline. Schönen RL Abend und Nacht. Frohe Ostern. Mögen diese bunt, lecker und voller Verstecke sein. Entspannt Euch!
Monday, April 18, 2011
re:publica 2011 Wortschatz
Hach, wie schön war es auf der re:publica 2011 mit den vielen vertrauten Gesichter auf einem Haufen. Auch die neuen, realen Gesichter, die endlich ein Antlitz besaßen, quasi entsprungen aus ihren virtuellen Räumen, waren interessant. Inhaltlich vermisste ich - gemessen an dem vorigen Jahr - Tiefe und Neuwertigkeitscharakter. Aber es gab sie, die Perlen.
Und: Das ist ja nicht der Gegenstand dieses Blogs. Kommen wir zum Wesentlichen: Die Sprache. Der Vortrag von Thomas Wiegold und Sascha Stoltenow war zum Beispiel interessant. Die Beiden, einer Kriegsdienstverweigerer und freischaffender Journalist, der Andere 12 Jahre Bundeswehr auf dem Buckel - in der Propaganda, äh Öffentlichkeitsarbeit war er tätig. Als Gegner von Kriegsspielen und kriegsähnlichen Zuständen aller Art, war ich überrascht, dass mich das Thema doch packte. Was darf man kommunizieren? Wie offen dürfen Soldaten von der Front berichten? Was sind Hinderungsgründe? Das absolute Highlight waren die verklausulierten Formulierungen von Sascha: So meinte er, dass die Bundeswehr in Deutschland ein Monopol besäßen, sie seien der einzige 'Gewaltdienstleister' hierzulande. Klingt schon besser als Krieger, oder? Wow. Auf sowas muss man erstmal kommen. Als professionelle PR-Tante ziehe ich hier gerne den virtuellen Hut. Wie Sascha diese Begriffe nennnt? 'Plastikdeutsch'! Ha, da fragt sich nur, was dann Naturdeutsch ist. Sascha?
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Thursday, March 31, 2011
Unverpixelte Gesichter = Fressefreiheit
Als ich heute Morgen etwas ermüdet von 11 Stunden twittern im Namen des #tweetlied im Flieger saß und die Süddeutsche Zeitung las, stolperte ich über einen kleinen Artikel im Feuilleton. Es ging um ein Lied von Udo Jürgens. Und bevor Ihr mich jetzt beschimpfend entlarvt als Fan desselben, der ich nicht bin, es ging um das neue Album des Sahneliebhabers. In einem seiner Lieder äußert er sich kritisch über das Internet - und nutzt den Satz "Die Welt ist eine Google". Der Autor dieser Zeile ist Peter Glaser, Internetvordenker, seines Zeichens Journalist und Blogger der Stuttgarter Zeitung. Er denke nicht an eine Klage, o.ä., schließlich sei seine Mutter Fan von Jürgens. Soweit die Einleitung, die mir etwas lang geraten ist. Wie dem auch sei, anschließend gab Peter Glaser uns noch weise Worte zum freien Geleit und Zitat mit. Hier mein Bon Mot von heute: Unverpixelte Gesichter = Fressefreiheit. Wie gut, dass es im Flieger immer recht geräuschvoll zugeht, sonst hätten sich doch mehr Leute umgedreht, ob meiner Kicherei.
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Thursday, March 10, 2011
Flammende Post-its - das Flimmflämmchen
In meinem Job hatte ich letztlich das Vergnügen, mich mit 3M-Mitarbeitern auszutauschen. Das war nicht nur interessant, sondern auch äußerst witzig. Zum Beispiel wurde mir die Geschichte der Post-its erzählt: Der Klebstoff war verunglückt, konnte für seine Zielbestimmung nicht verwendet werden. Ein Mitarbeiter beschmierte damit Papier und klebte es als Notiz irgendwohin: Das berühmte Klebezettelchen war geboren. Aber gut, ich will hier ja keine Werbung für die Dinger machen (obwohl sie doch so schrecklich praktisch sind). Vielmehr ist mir soeben das Wort eingefallen, das Sabina, eine Mitarbeiterin von der Textilagentur, für die ich während meines Studiums zwischendurch länger gejobbt hatte, mal für die Dinge erfand: Flimmflämmchen. Schönes Wort, oder? Das hört sich nach Farbe und Spaß an.
Thursday, March 3, 2011
Ciao tschüss - Ditaliano oder der Wunsch, Leute endgültig loszuwerden
Ist Euch mal aufgefallen, dass hippe Leute mittlerweile nicht mehr "Tschüss" oder "Auf Wiedersehen" sagen? Meinetwegen lass ich auch noch "Bye Bye" oder einfach "Ciao" gelten. Aber was soll das Möchtegernhippiekonstrukt "Ciao Tschüss"? Möchte man dem Gegenüber deutlich machen, dass er doch jetzt gehen solle? Warum sagt man es sonst doppelt? Oder aber es bedeutet auf Nummer Sicher gehen, falls das Gegenüber kein Deutsch sprechen sollte. Eine weitere Auslegung ist, dass dieses unsägliche Konstrukt der Angeberei dient: Ich kann mehr als bloßes Deutsch oder schnödes Englisch. Italienisch ist die Sprache des Genusses, der Dolce Vita. In diesem Sinne, get lost, gehabt Euch wohl und ciao tschüssssss. Wir lesen uns.
Sunday, December 12, 2010
Wörter und Unwörter des Jahres 2010: Heute Webkommunisten
Das Ende des Jahres naht. Es gilt nun Wörter zu verdosen und natürlich den Unwörter dasselbe angedeihen zu lassen. Ich fange mit dem Unwort des Jahres für mich an: Webkommunisten. Es ist schon bizarr, welche Meinung über aktive Menschen im Netz da draußen so herrscht. Offensichtlich sind wir alles Kommunisten, kleine Che Guevaras. Jawoll ja. So zumindest die Ansicht von Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG. "Webkommunisten" nannte er sie/uns auf den diesjährigen Münchner Medientagen. Offensichtlich ist dieser Begriff zu einer seiner liebsten geworden, entstand er doch vor fast genau einem Jahr. Und zwar in einem Interview mit dem Manager-Magazin. Damals rechnete er mit der "Kostenloskultur" des Internets ab und unterstellt gleichzeitig, dass alle Nutzer im Internet gleich geschaltet sind. Ob diese Einstellungen Verlagen hilft zu überleben, wage ich lauthals zu bezweifeln.
Friday, November 19, 2010
Der Marketing Gott Blayadayada und Miss Information
Es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her, musste aber soeben daran denken. Ich arbeitete in einer kleinen Agentur. Es drehte sich um das leidige Thema Pressetext. Der Kunde monierte an meinem Entwurf, der Text sei nicht begeisternd. Auch wenn das sicherlich nicht im Sinne des Erfinders ist - schließlich sollten Pressetexte ja doch eher nüchtern geschrieben werden. Hm. Was also tun? Woher die Begeisterung nehmen? Kurzerhand setzte ich mich mit Dir, WiseGuy, zusammen und erfand einen Ideengeber, den Gott Blahyadayada. Wie man ihn anruft? Am besten auf etwas krudem Englisch"oh, BLAHYADAYADA, though art the most perfectest and greatest god there is, please help me to see the light". Es ist auch hilfreich, sich dabei an seine bessere Hälfte zu wenden: Miss Information. Die Blahyadayada Religion ist übrigens Open Source und hat bei mir schon geholfen.
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